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 Aktuelles aus Deutschland / news from Germany
Steini ( Gast )
Beiträge:

22.07.2007 14:54
Unwetter in Bayern und Thüringen antworten
Rentnerin ertrinkt in überflutetem Keller

Gesperrte Bahnlinien, überflutete Gemeinden, Katastrophenalarm in zwei fränkischen Landkreisen: Schwere Unwetter mit Hagel und Regen sind in der Nacht über Bayern und Thüringen hinweggezogen. Es gab Tausende Notrufe. Für eine 82-Jährige kam die Hilfe jedoch zu spät.


Hamburg - Die 82 Jahre alte Frau aus dem oberfränkischen Poxdorf wurde gestern Abend vermutlich von dem Wasser überrascht, teilte die Polizei mit. Die Tochter der Frau bemerkte auf dem Rückweg von einer Feier, dass die Kellerwohnung ihrer Mutter überschwemmt war und alarmierte die Polizei. Taucher des Technischen Hilfswerks (THW) konnten die Frau nur noch tot aus dem überfluteten Keller bergen.

REGEN UND HAGEL: KATASTROPHENALARM IN FRANKEN

Über die fränkischen Landkreise Forchheim und Erlangen zog ein derart schweres Unwetter, dass noch in der Nacht Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Nach Angaben der Polizei gingen mancherorts binnen einer Stunde 50 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Mehrere Gemeinden standen bis zu 1,50 Meter unter Wasser, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zahlreiche Straßen wurden überschwemmt, Hunderte von Kellern liefen voll, teilweise drang das Wasser sogar bis ins Erdgeschoss.

Besonders betroffen waren die Städte Langensendelbach und Effeltrich (Landkreis Forchheim). Im Landkreis Erlangen entstanden die größten Schäden in den Orten Baiersdorf, Marloffstein und Spardorf. Alle Feuerwehren aus der Umgebung, das Technische Hilfswerk und das Deutsche Rote Kreuz waren im Einsatz. Das THW setzte Boote ein, um vom Wasser eingeschlossene Menschen zu erreichen.

Autofahrer und Zugreisende saßen fest

Auf der Autobahn 73 stand das Wasser 1,50 Meter hoch. Sie musste gesperrt werden. Mehrere hundert Menschen waren dort in ihren Autos vom Wasser eingeschlossen, konnten aber befreit werden. Auf der Autobahn 9 kam der Verkehr zwischen der Anschlussstelle Langenbruck und dem Autobahndreieck Holledau wegen des heftigen Regens kurz zum Erliegen. Auch lagen Hagelkörner so hoch, dass die Autos kaum vorankamen. Die Bundesstraße 16 musste bei Münchsmünster im Landkreis Pfaffenhofen wegen umgestürzter Bäume und liegengebliebener Hagelkörner auf der Fahrbahn kurzfristig gesperrt werden.

Auf der Bahnstrecke München-Ingolstadt blieb ein Zug liegen, weil Bäume auf die Oberleitung gestürzt waren. Etwa 400 Passagiere mussten stundenlang warten. Dann zog eine Diesellok den Zug in den nächstgelegenen Bahnhof, wo die Fahrgäste in Zelten vom Roten Kreuz mit Essen und Getränken versorgt wurden. Anschließend brachten Busse die Menschen nach Ingolstadt. Die Bahnlinie zwischen Erlangen und Bamberg wurde wegen Unterspülung komplett gesperrt. Im Baiersdorfer Bahnhof befreite das THW 35 Menschen aus einem Zug, sie wurden in Turnhallen untergebracht. In großen Teilen der Gemeinde Baiersdorf fiel der Strom aus. Öltanks rissen sich los und schwammen im Wasser.


Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen mussten mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume vorübergehend gesperrt werden. In der Gegend von Starnberg beschädigte der Hagel zahlreiche Autos und verheerte eine Gärtnerei. Mehrere tausend Quadratmeter Glasfläche wurden zertrümmert. Die Höhe des Sachschadens war noch nicht bekannt.

2500 Notrufe gingen allein im Landkreis Erlangen innerhalb von fünf Stunden ein. "Die Leute waren jedoch relativ locker und gelassen", sagte ein Polizeisprecher. Er gehe davon aus, dass die Aufräumarbeiten den ganzen Sonntag andauern werden.

Unwetter zieht heute in den Norden Deutschlands

Auch in Thüringen gab es Unwetterschäden. Nach Polizeiangaben stürzten in Jena, Eisenberg und Apolda Bäume um und behinderten den Verkehr. In Jena flog ein Verkehrszeichen gegen ein Auto. Am Stausee Hohenfelden beschädigte das Gewitter die Bühne für eine Freiluftveranstaltung. Das Konzert wurde abgesagt.

Im Saale-Holzland-Kreis überraschte das Unwetter eine Hochzeitsgesellschaft auf Kremsertour. Eine Sturmböe entwurzelte bei Geisenhain einen Baum und schleuderte ihn auf einen der Wagen. Dabei wurde ein siebenjähriger Wallach so schwer getroffen, dass das Pferd noch an der Unglücksstelle verendete. Von den zwölf Insassen des Kremserwagens wurde niemand verletzt.

Der Deutsche Wetterdienst warnte indes vor starkem Regen in den ostdeutschen Bundesländern. Bäche und Flüsse könnten über die Ufer treten, Straßen überflutet werden. Wegen des heftigen Regens bestehe zudem die Gefahr von Erdrutschen. Im Laufe des Sonntags sei in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit schwerem Sturm zu rechnen.


Quelle: http://www.spiegel.de


Direkte Link dazu (da gibt es auch Bilder): http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,495838,00.html
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