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ProjectSystem12 Offline

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Beiträge: 5.406

07.08.2007 13:49
Kriminalitaet kann sich lohnen antworten

Augsburg. Nach fast zwölf Jahre dauernden Ermittlungen und drei Gerichtsverfahren kam gestern der Freispruch für Max Strauß: Das Landgericht Augsburg sprach ihn vom Vorwurf frei, im Zusammenhang mit den Geschäften des Rüstungslobbyisten Karlheinz Schreiber Steuern hinterzogen zu haben. Glücklich und bitter zugleich sagte der Sohn des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß sofort nach der Urteilsverkündung, dieses Verfahren „hätte mich persönlich und wirtschaftlich fast umgebracht“. Das Gericht sah keinen Beleg dafür, dass Strauß Provisionen am Fiskus vorbeigeschleust hat. „Der Angeklagte hatte von Karlheinz Schreiber nichts erhalten, also musste er auch keine Steuern zahlen“, formulierte es der Vorsitzende Richter der 9. Strafkammer, Manfred Prexl, knapp. In dem Prozess ging es um ein Schweizer Konto Schreibers mit der Bezeichnung Master/Maxwell. Die Staatsanwaltschaft war der Ansicht, dass die rund 5,1 Millionen Mark, die einmal auf diesem Konto lagen, eigentlich Strauß gehörten und er dafür hätte Steuern zahlen müssen. Im ersten Augsburger Prozess wurde Strauß deswegen 2004 noch zu drei Jahren und drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Doch der Bundesgerichtshof hob diese Entscheidung 2005 auf, verwies den Prozess zurück nach Augsburg. Nach Ansicht der Bundesrichter gab es keine Beweise, dass Schreiber das Geld nur treuhänderisch für Strauß verwaltete.

Für Richter Prexl war diese Auffassung der Bundesrichter nach eigenen Angaben bindend. „Der Ober sticht den Unter“, sagte Prexl in Anspielung auf die Regeln beim bayerischen Kartenspiel Schafkopf. Strauß habe zudem „keinen Pfennig“ von dem Geld auf dem Konto Schreibers erhalten. „Karlheinz Schreiber verbrauchte das gesamte Guthaben für sich“, sagte Prexl. Das habe die Beweiserhebung eindeutig ergeben. Max Strauß verfolgte die für ihn so positive Urteilsverkündung ohne große sichtbare Gefühlsregung. Während der fast zwei Stunden langen Urteilsbegründung tippte der 48-Jährige immer wieder auf seinem Hightech-Handy herum. Er habe unmittelbar nach dem Freispruch zahlreiche Glückwunsch-SMS erhalten, sagte Strauß später vor dem Gerichtssaal und lächelte. Er sei „wirklich froh“, dass die Vorwürfe nun widerlegt seien. Seine Geschwister Georg Strauß und Monika Hohlmeier waren am letzten Prozesstag im Zuschauerraum dabei. „Ich freue mich für meinen Bruder“, sagte Hohlmeier und fügte hinzu: „Vielleicht hat er jetzt wieder eine Chance auf ein normales Leben.“ Max Strauß selbst räumte ein, er wisse noch nicht, wie es jetzt weitergehe: „Die Zukunftsplanung beginnt in diesen Sekunden.“ Er fühle sich aber „bestens“.
Seine psychischen Probleme, die ihn 2003 in die Psychiatrie brachten, habe er inzwischen überwunden, so Strauß. Allerdings stehe nun die Scheidung von seiner Frau an. Sie hatte sich bereit erklärt, damit bis zum Ende des Strafprozesses zu warten. Aber so ganz sicher, dass er nun tatsächlich seine Ruhe vor der Augsburger Staatsanwaltschaft hat, kann Strauß noch nicht sein. Und auch auf die Rückzahlung seines zwischenzeitlich vom Fiskus gepfändeten Besitzes muss er noch eine Weile warten. Oberstaatsanwalt Günther Zechmann sagte, seine Behörde prüfe nun, ob sie gegen den Freispruch Revision einlegen wird. Strauß wollte sich zu der Zähigkeit der Augsburger Strafverfolger nicht äußern. Das freundliche „Auf Wiederschaun“ von Prozess-Staatsanwalt Wolfgang Natale quittierte er mit ernstem Schweigen.

Fazit: Wie man sieht, kann sich kriminelle Energie durchaus finanziell als lohnend darstellen - ich meine, jeder weiss (ist der Meinung) dass Strauss Jun. sehr wohl "Dreck am Stecken hat" (wie man in Bayern so schoen sagt) - aber wenn man die richtigen Leute kennt und es "nicht beweisbar" macht, kommt man davon! Einerseits gut so - die Anklage muss dieSchuld beweisen - andererseits bedauerlich, dass anscheinend Menschen mit "shit" davonkommen, die eigentlich hinter Gitter gehoerten... aber besser so, als anders-rum! Lieber einmal einen Schuldigen davonkommen lassen, als einen Unschuldigen einsperren - das erscheint durchaus vertretenswert! DANKE, dass in Deutschland zumindest noch Recht gesprochen wird - und zwar im Zweifel fuer den Angeklagten - auch wenn es in diesem Fall wohl eher etwas "sauer aufstossen mag"!

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